Preis < 3,-€, Cuvée, Bewertung: 3
Geruch / Blume
(Nur) Zu Beginn leicht säuerlich, dann etwas fruchtige Süße, die überleitet zu überraschend deutlichen, trockenen Tanninen. Alles nicht übermäßig ausgeprägt. Eine ebenfalls eher schwache Karamellnote nach dem Schwenken freut, sonst weniger trocken, kaum noch süß - vor allem aber: Nichts Säuerliches mehr! Beständig nur die hübschen Tannine.
Geschmack / Mundgefühl
Ja, das könnte man in einer Blindverkostung problemlos für einen Montepulciano d'Abruzzo halten!... schon der erste Pluspunkt. Der Wein ist umgehend präsent, zeigt gutes Volumen und keine Ausschläge in zu-süß oder gar säuerlich. Im Gegenteil: Der (zuckrig-)süße Anteil hat einen passenden Kontrast herb-grüner Art im hinteren Mundraum, was zum Adjektiv "ausgewogen" führen muss. Das Mundgefühl ist mild, keine Spur wässrig, Reste der Gerbstoffe dürften Grundlage der sehr feinen Struktur sein. Gar ein magerer Körper schaut vorbei.
Wenig spektakulär die fruchtige Säure, Pelz oder Belag bleiben aus.
Abgang / Nachgeschmack
Mild der ebenfalls unspektakuläre Abgang, genau so der Nachgeschmack: Ein feiner Nachklang. Nicht mehr - aber auch nicht weniger, denn es ändert sich jetzt nur noch langsam etwas in Richtung Gummibären-Süße, die dann am Schluss übrig bleibt.
Fazit
Ein leichter Wein, ein recht typischer "Monte", nicht nur wegen der "nur" 12,5 Vol/% Alkohol problemlos zu empfehlen
Keine Ahnung, warum ich diesen Montepulciano nicht schon eher verkostet / gefunden hatte? "Mario Collina", da klingelt eigentlich einiges bei mir über die letzten Jahre, allerdings nicht immer in Dur-Tönen...
Mit der Sorte kann man - im Gegensatz zu z.B. Merlot (in der Preisklasse) - ja erstmal nichts falsch machen... Vielleicht steht er nicht nicht lange im (hiesigen) Standard-Regal?
Wieauchimmer: Das wird nicht die letzte Boutellie gewesen sein, die ich mitgenommen haben werde. Gerne die "4".